Die Wiege des Weinbaus

Die Wiege des Weinbaus

Bis in die 1980er-Jahre war die Sowjetunion mit über 1,3 Millionen Hektar Rebfläche nach Spanien der zweitgrößte Weinbau treibende Staat der Welt. Seit dem Zerfäll der UdSSR sind die Rebflächen stark geschrumpft und naben sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Sie konzentrierten sich nach wie vor auf die Regionen im Norden des Schwarzen Meeres sowie auf den Kaukasus. Die größte Rebfläche hat heute die Republik Moldawien, die schon zu Sowjetzeiten die wichtigste Weinbaurepublik war. Heute stehen hier noch mehr als 180.000 Hektar unter Reben. Neben einigen einheimischen Sorten werden Rkatsiteli, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Sauvignon Blanc kultiviert.

Daraus produzieren die moldawischen Kellereien ansprechende Stillweine, aber auch aufgespritete Likörweine. In der Ukraine sind rund 170.000 Hektar mit Reben bestockt. Die wichtigsten Weinbaugebiete befinden sich entlang des Flusses Djestr, am Dnjepr sowie auf der Halbinsel Krim. Hier werden die bekannten, für den Export so wichtigen roten und weißen Schaumweine erzeugt, zudem rote und weiße Tischweine, darunter auch Riesling. Auf der Krim befindet sich auch das Staatsweingut und Weininstitut der ehemals Kaiserlich Russischen Kellerei Massandra.

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In Russland schrumpfte die Rebfläche auf unter 150.000 Hektar.

Der russische Weinbau beschränkt sich heute auf die Gebiete am Unterlauf des Don. im nördlichen Kaukasus und am Kaspischen Meer. Hier werden unter zum Teil sehr schwierigen Klimabedingungen gute Weißweine aus Vinifera-Sorten erzeugt, die allerdings kaum in die Weinhandlungen des Westens gelangen. Das größte Problem sind die extrem kalten Winter. Die Temperaturen sinken in einigen Gebieten auf Werte, die kaum eine Rebpflanze überstehen kann. Es sind spezielle, sehr hartholzige Sorten gezüchtet worden, aber auch sie müssen an besonders gefährdeten Stellen im Winter mit Erde bedeckt und so gegen den Frost geschützt werden.

In Georgien stehen an der Schwarzmeerküste und im lnland etwa 100.000 Hektar unter Reben. Unter anderem finden sich hier die bekannten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Chardonnay. 170.000 Hektar Reben gibt es in Aserbaidschan rund um die Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer und weitere 30.000 Hektar in Armenien, und zwar rund um Jeriwan am Schwarzen Meer.

In dieser Region, im südlichen Kaukasus, liegen die Ursprünge des Weinbaus, von hier stammt die Rebe Vitis Vinifera

ursprünglich. lhre Wildform, Vitis Vinifera Silvestris, ist in Georgien, Aserbaidschan und Armenien auch heute noch weit verbreitet.